Das Krankengeld in der gesetzlichen Krankenversicherung (§§ 44 ff. SGB V)

Kann die Krankenkasse mich während des Bezugs von Krankengeld zur Stellung eines Rehaantrages oder Rentenantrages auffordern?

Ja, wenn die Krankenkasse der Ansicht ist, dass Ihre Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet oder gemindert ist, kann Sie Ihnen eine Frist von zehn Wochen setzen mit der Aufforderung, innerhalb dieser Zeit einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation / zur Teilhabe am Arbeitsleben zu stellen (§ 51 SGB V). Dabei handelt es sich um eine Ermessensentscheidung der Krankenkasse. Dies bedeutet, dass die Krankenkasse nicht willkürlich entscheiden kann, sondern hier sorgfältig und individuell abwägen und diese Gründe auch darlegen muss. In der Regel wird sie ein Gutachten beim Medizinischen Dienst in Auftrag geben. Kommen Sie dem nicht nach, verlieren Sie den Anspruch auf Krankengeld. Die Krankenkasse ist dabei dazu verpflichtet, Sie über die drohenden Rechtsfolgen aufzuklären.  

Ganz besonders brisant ist dies vor dem Hintergrund, dass dann, wenn Sie den Antrag auf Rehabilitation gestellt haben, dieser später als Rentenantrag umgedeutet werden kann mit der Folge, dass Sie dann nicht mehr Krankengeld erhalten, sondern u.U. Rente. Daher ist hier Vorsicht geboten. Lassen Sie sich am besten frühzeitig beraten.

Ebenso kann die Krankenkasse Versicherte, die die Voraussetzungen für den Bezug einer Regelaltersrente nach SGB VI erfüllen, auffordern, einen Rentenantrag zu stellen. Wird der Antrag trotz Aufforderung nicht gestellt, entfällt der Anspruch auf Krankengeld mit Fristablauf nach § 50 Abs.3 SGB V. Der Antrag kann dann nur mit Zustimmung der Krankenkasse wieder wirksam zurückgenommen oder beschränkt werden. Auch hier ist äußerste Vorsicht geboten.

Wichtig: Wir empfehlen daher, dass Sie sich in diesen Fällen unbedingt beraten lassen!