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DMSG aktuell

Erste Online-Multiplikatorenschulung des DMSG-Bundesverbandes

Menschen mit MS den Zugang zum Sport ermöglichen: Bei Sport und Multipler Sklerose (MS) geht es nicht nur um die Verhinderung bzw. Verzögerung von Immobilität, sondern auch darum, die Ressourcen, die jedem Erkrankten zur Verfügung stehen zu mobilisieren und den selbstbewussten Umgang mit dem eigenen Körper zu stärken.

Mit der ersten Multiplikatorenschulung, die die BAG Selbsthilfe und das Bundesgesundheitsministerium dieses Jahr finanziell ermöglicht haben, waren ehrenamtliche Mitarbeiter mit sportlichen Grunderfahrungen aus allen 16 DMSG-Landesverbänden und dem DMSG-Bundesverband eingeladen, mehr über Sport bei MS zu erfahren. Die Teilnehmer des Seminars sollten danach in der Lage sein, Sportschulungen, Vorträge und Trainingsgruppen in den eigenen DMSG-Landesverbänden und Bezirken deutschlandweit zu unterstützen. Ziel des Workshops war es auch, dass die Teilnehmer als Multiplikatoren diejenigen mit wichtigen Informationen und konkreten Angeboten versorgen, die sie benötigen: MS-Erkrankte, deren Angehörige, Therapeuten, potentielle Übungsleiter und Neurologen. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die geplante Schulung nicht live mit allen Teilnehmern gemeinsam an einem Ort durchgeführt werden. Stattdessen wurde die Schulung digital an zwei Wochenenden angeboten.

Erstes Wochenende: Grundlagen der Sport und MS

Am ersten Wochenende lag der Fokus auf der theoretischen Grundlage von Sport und MS. Nach der Klärung von individuellen Zielen und Erwartungen an den Workshop und allen technischen Schwierigkeiten, die eine Online-Veranstaltung mit 20 Teilnehmern mit sich bringt, startete Dr. Wolfgang Feneberg, leitender Oberarzt der Marianne-Strauß-Klinik in Berg, mit einem Vortrag zu den medizinischen Grundlagen. Dr. Feneberg ging insbesondere auf Symptome der Motorik, Schmerzen und Fatigue ein und gab Hinweise zu den Risikofaktoren bei MS. Der Facharzt für Neurologie antwortete im Anschluss ausführlich auf alle Fragen der Teilnehmer.

MS-Erkrankte deutschlandweit tauschen sich unkompliziert von zuhause aus

Nach den medizinischen Grundlagen folgte Grundlagenwissen aus der Neurobiologie und der Trainingslehre sowie die ersten Hausaufgaben für die Teilnehmer. Zwar wurde im ersten Workshop-Teil ebenfalls die ein oder andere praktische Einheit durchgeführt, im zweiten Teil stand die eigene sportliche Betätigung deutlich im Vordergrund. Es wurde virtuell Tennis, Handball, Faustball und Volleyball gespielt, und beim varianzbasierten Gangtraining wurden verschiedenste Gangarten geübt, beim Krafttraining mit Alltagsgegenständen wurde geschwitzt und bei den Dehnübungen mobilisiert. Die Teilnehmer waren angehalten, Trainingsziele zu setzen. Über die möglichen Funktionen eines Multiplikators wurde intensiv diskutiert und über den Transfer aller Informationen in die eigenen regionalen Strukturen gesprochen. Die Rückmeldung der Teilnehmer fiel insgesamt positiv aus. Auch die Grenzen eines virtuellen Raumes für eine solche Veranstaltung ist allen deutlich geworden. Dennoch war die Online-Multiplikatorenschulung ein Erfolg, da sich viele an MS erkrankte Menschen deutschlandweit unkompliziert von zuhause aus treffen und austauschen konnten. Die Durchführung mit drei Trainern wurde im Abschluss von den Teilnehmern hervorgehoben, denn so konnte gewährleistet werden, dass Haltungskorrekturen sowie unterschiedliche Ausgangspositionen für die Praxis (stehend und sitzend) zeitgleich demonstriert werden konnten. Nicht nur die Teilnehmer, auch die Trainer hatten viel Spaß an der Veranstaltung, empfanden die Schulung als abwechslungsreich, informativ, und auch anstrengend!

Vielen Dank an alle Teilnehmer, die sich auf diese virtuelle Unternehmung eingelassen haben und den virtuellen Raum mit Leben gefüllt haben!

Zum Trainerteam der Multiplikatoren-Schulung gehörten Dr. phil. Stephanie Woschek, Dipl.-Sportlehrerin Christina Lutz, Philipp Wagner, Sportwissenschaftler M.Sc., Nadine Scholl, Sportwissenschaftlerin M.A.

Unser besonderer Dank gilt Dr. Wolfgang Feneberg, der BAG Selbsthilfe und dem Bundesgesundheitsministerium.

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