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Therapie & Forschung

G-BA: Vergleich verlaufsmodifizierender Therapien

Ausgabe 3/20 - In den vergangenen 25 Jahren haben sich die Möglichkeiten zur Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose (MS) rasant verändert. Neues Wissen über die zellbiologischen und molekularen Aspekte der Erkrankung hat zu einer Vielzahl von unterschiedlichen Therapieansätzen mit neu zugelassenen Wirkstoffen geführt. Wie diese Wirkstoffe im Vergleich zueinander zu bewerten sind, hat nun der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA, www.g-ba.de) in einem Auftrag an das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstmals für einen Teil des Therapiegebietes der MS angestoßen.

Mit seinem Beschluss vom 16. Juli 2020 beauftragte der G-BA das IQWIG möglichst bis zum 1. Juli 2022 Ergebnisse zur „Vergleichenden Nutzenbewertung“ der Wirkstoffe Alemtuzumab, Dimethylfumarat, Cladribin, Fingolimod, Natalizumab, Ocrelizumab und Teriflunomid vorzulegen. Dabei bezieht sich der Wirkstoffvergleich nur auf die Behandlung von Erwachsenen mit hochaktiver schubförmig- remittierender MS trotz vollständiger und angemessener Behandlung mit mindestens einer krankheitsmodifizierenden Therapie. Berücksichtigt werden patientenrelevante Zielgrößen (Sterblichkeit, Krankheitsbeschwerden, Lebensqualität sowie Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen). Näheres siehe IQWiG-Website „Patientenrelevante Endpunkte – Das A und O der Nutzenbewertung.“

Es bleibt abzuwarten, wie die Ergebnisse zum aktuellen Wissensstand ausfallen. Die aktiv! wird berichten. So schätzt Prof. Dr. med. Judith Haas, Vorsitzende des DMSG-Bundesverbandes, die Beauftragung des IQWiG ein: „Ärzte und MS-Betroffene benötigen soviel Entscheidungskriterien wie möglich, um sich für die individuell beste Therapiemöglichkeit zu entscheiden. Patientenrelevante Endpunkte und von den Zulassungsbehörden geforderte Studienendpunkte sollen in dieser Untersuchung in Einklang gebracht werden. Es ist eine große Herausforderung, aus den vorliegenden Studiendaten die Wirksamkeit und Risiken der Immuntherapien auf dem Boden unterschiedlicher Studien zu vergleichen. Die Ergebnisse werden mit großer Spannung erwartet.“

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Bild: G-BA, IQWiG