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DMSG aktuell

DMSG-Gruppentreffen in Zeiten der Corona-Pandemie

Ausgabe 3/20 - Miteinander Stark: Das Motto zum Welt- MS-Tag 2020 hat in den letzten Monaten auch die Kontaktgestaltung innerhalb der DMSG und der Kontaktgruppen geprägt. Abstand halten und dennoch Kontakte pflegen, lautet das Gebot der Stunde. Gefragt sind Vorsicht und Geduld. Eine Herausforderung. Präsenzveranstaltungen wurden durch Online-Angebote ersetzt.

Gemeinsam mit den Landesverbänden hat der DMSG-Bundesverband Empfehlungen zur Wiederaufnahme von Treffen der DMSGSelbsthilfegruppen erarbeitet, die einen sicheren Neustart der Gruppen ermöglichen soll. Wie und wann sie ihre ersten Präsenztreffen planen, obliegt den Gruppen. Viele Faktoren spielen eine Rolle für diese Entscheidung. Die aktiv! hat sich umgehört.

Gruppentreffen: Ja oder Nein?
Diese Frage hat sich auch Mechthild Carmichael, Leiterin der Kontaktgruppe Cloppenburg, gestellt: „Habe ich vor Kurzem noch in Erwägung gezogen, das erste Gruppentreffen für Ende August zu planen, zweifele ich nun. Die Infektionsrate im Landkreis Cloppenburg steigt zurzeit unverhältnismäßig an. Die Einhaltung der AHA-Regelung ist sowohl für die Gruppenmitglieder aber auch für mich selbst eine Herausforderung und gleichzeitig auch eine Verantwortung. Natürlich höre ich immer wieder, wie sehr doch die Gruppentreffen und der persönliche Kontakt vermisst werden. Es ist aber auch eine große Portion Geduld zu spüren. Meine Tendenz geht dahin, mit den Treffen noch zu warten. Entscheidend für mich ist die weitere Entwicklung der Infektionsrate in unserer Region.

Karin Thiemer, Leiterin der Kontaktgruppe Chemnitz, äußerte sich positiv über die Hygiene- Regeln: „Ich als Leiterin war froh über die Vorgaben, die wir umgesetzt, aber andere festgesetzt haben.“ Sie hatte alle Mitglieder angeschrieben, sich auf www.dmsg.de über die Corona-Empfehlungen zu informieren.

„Wir machen noch keine Treffen“, erklärt Annemarie Nickels, seit 20 Jahren Leiterin der Kontaktgruppe Prüm im Landesverband Rheinland-Pfalz. „Wir belassen es bei einem Austausch per Telefon.“ Ähnlich sieht es Uschi Sohn vom MS-Treff Langen: „Da die Teilnehmer des Gesprächskreises um die 80 Jahre alt sind, möchte noch keiner wieder zu einem Treffen kommen. Aber es gibt ja Telefon und ‚flatrate‘.“

„Ups, was nun?“, dachte Barbara Heilmann, Gruppenleiterin vom MS-Treff Nidderau, „wie können wir in der Gruppe trotz Kontaktsperre in Verbindung bleiben? Am Faschingsdienstag 2020 war unser letztes Treffen. Betroffenenberatung war nur telefonisch oder mit Mundschutz vor Ort möglich. Der persönliche Kontakt vor Ort fehlt. Eine Umarmung, ein Lächeln, das Gespräch miteinander, gemeinsam lachen. Die Corona-Zeit hat uns ganz deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, soziale Kontakte zu haben und zu pflegen.“

Die Kontaktgruppen im Landesverband Bayern haben sich seit der Corona-Pandemie kaum persönlich getroffen. Einige Gruppen haben sich online oder telefonisch sehr gut vernetzt, viele Gruppenleiter*innen haben die DMSG-Hygieneschulungen durchlaufen, erklärt Martina Wolf, Leitung Soziale Dienste.

Auf telefonischen Kontakt setzt Friedrich-Wilhelm Keiner, Leiter der MS-Selbsthilfegruppe Holzminden, deren Treffpunkt bis September 2020 gesperrt ist. „Bei meinen Telefonaten merke ich immer wieder, dass einzelne Gruppenmitglieder psychisch aufgemuntert werden müssen, da ihnen das Gruppentreffen fehlt. Virtuelle Treffen lehnen viele ab.“ Diese Schwellenangst müsse noch genommen werden.

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Die Kontaktgruppe Oldenburg hat sich für eine Stunde getroffen. "Wer konnte, hat Stühle mitgebracht. Die Abstandsregeln ließen sich dort auch gut einhalten", berichtet die Leiterin Gabriele Engert. Bild: privat